Veröffentlicht am 20. April 2012

Osnabrücker Platz- und Straßennamen zur Zeit des Nationalsozialismus

Platz- und Straßennamen von 1933 bis 1945 und deren heutige Bezeichnung


Der damalige Adolf-Hitler-Platz (Neumarkt) am Ende der 1930er Jahre. Das...
Bildquelle: Fotograf unbekannt / Smlg. Haubrock, 1930er

Bereits vor zwei Jahren hatten wir zur näheren Standortbestimmung einiger bis dato nicht lokalisierbarer Bunkeranlagen eine Zusammenstellung vieler Straßen und Plätze gepostet, welche während der Herrschaft des NS-Regimes in Osnabrück zeitweilig umbenannt wurden. Wir haben den alten Beitrag jetzt wieder herausgekramt, überarbeitet und einige weitere Straßen ergänzt.

Anbei findet Ihr nun eine aktualisierte Liste beginnend mit der 78er-Straße in Haste. Sie wurde im Rahmen der Eingemeindung Hastes im Jahr 1940 in "An der Netter Heide" umbenannt. Der Neumarkt wurde während der NS-Diktatur in Adolf-Hitler-Platz, die Bramstraße 1940 in Aolf-Hitler-Straße umbenannt.

Der Name der Albert-Leo-Schlageter-Straße (bis 1940 Schulstraße, Haste) wurde nach dem Krieg in Hardinghausstraße geändert. An der Papenhütte heißt heute Kiefernweg. Im Katharinenviertel erhielt der Augustenburger Platz nach dem Krieg einen neuen Namen, er heißt heute Gustav-Heinemann-Platz.

Die damalige Bessemerstraße, eine Abzweigung von der Hamburger Straße in Richtung Osten auf Höhe des Hauptbahnhofs, ist heute nicht mehr vorhanden. Die heutige Bessemerstraße hieß einst Schützenhofallee. Der Braunauer Wall heißt heute Schloßwall. Auch der Brunnenweg, mit dem eine der schlimmsten Bunkerkatastrophen der Stadtgeschichte verbunden ist, wurde nach dem Krieg in Carl-Legien-Straße umbenannt.

Die Dietrich-Eckart-Straße in Osnabrück heißt heute Reimerdesstraße, wurde aber offenbar bereits im Jahr 1937 umbenannt. Nach der Eingemeindung Hastes erhielt der Lechtinger Weg diesen Namen. Heute heißt die Straße Im Hohne.

Die Emsstraße heute nicht mehr vorhanden, war eine Verlängerung der Weserstraße zwischen Hafenstraße und Rheinstraße.

Der heutige Otto-Brenner-Platz im Fledder hieß damals noch Fledderplatz. Der Goetheplatz nahe des Hauptbahnhofs, auf dem einst eine große Kaiser-Wilhelm-Statue thronte, heißt heute Stresemannplatz.

An der Kreuzung Hannoversche Straße und Rheinische Straße war damals der Hannoverscher Platz, die Namensbezeichnung wurde offenbar nach dem Krieg fallen gelassen. Gleiches geschah mit dem Hansaplatz an der Kreuzung Hansastraße & Weserstraße.

In der Wüste hatten die Nationalsozialisten die Wüstenstraße in Hans-Rickmers-Straße umbenannt, nach dem Krieg erhielt die Straße ihren alten Namen zurück.

Auf dem Schinkelberg exisiterte damals noch die Straße Heuweg. Heute ist diese der nordwestliche Teil der Nordstraße auf Höhe des Bahlwegs.

Der Herbert-Norkus-Weg (bis 1940 Nonnenpfad, Haste) heißt heute Blumenmorgen.

Die Parkanlage vor dem Arbeitsamt am Wall war damals der Hindenburgplatz, heute Willy-Brandt-Platz.

Die Hohenzollernstraße am glöeichnamigen Hotel wird heute Heinrich-Heine-Straße genannt.

Der Hörner Weg in der Wüste wurde nach dem Krieg vollständig verlegt. So heißt der erste Abschnitt dieser Straße vom Blumenhaller Weg bis Große Nordhaus heute Alfred-Delp-Straße, ein Teilbereich auf Höhe der Autobahn Nordhausweg. Damals verlief die Straße noch bis nach Hellern bzw. Hörne. Heute ist die alte Trasse von der Autobahn durchschnitten. Der heutige Hörner Weg hat mit der alten Straßenführung nur noch wenig gemein.

Im Schinkel wurde damals die Ebertallee am Stadion in Horst-Wessel-Allee umbenannt, sie heißt heute wieder Ebertallee.

Die Horst-Wessel-Straße befand sich damals in Haste, sie heißt heute Quirllsweg.

Der Hasetorwall auf Höhe der Hasemauer war damals unter Kaiserwall bekannt, der Heger-Tor-Wall als Kanzlerwall.

Die Klubstraße exisitiert in ihrer ursprünglichen Form heute nicht mehr, sie ist etwa vergleichbar mit der verlängerten Hans-Böckler-Straße bis zum Platz des 17. Juni.

Der Kronprinzenwall auf Hohe Bocksmauer ist heute der Hasetorwall.

In der Weststadt hieß die Rheiner Landstraße damals noch Lengericher Straße bzw. Reichsstraße 65.

Auf dem Westerberg erhielt auch die Schoellerstraße während der Diktatur einen neuen Namen, sie hieß bis 1945 Litzmannstraße.

Die Ludwigstraße heißt heute Ludwig-Bäte-Straße.

Nicht mehr existent ist der Martinweg im Schinkel. Er befand sich auf dem heutigen Gelände der Magnum-Werke im Hasepark.

Der Martiniplatz in der Weststadt ist heute als Heinrich-Lübke-Platz bekannt, die alte Oldenburger Straße heißt heute Riedweg & Klöcknerstraße.

In der Dodesheide & Haste wurde der Östringer Weg (vermutlich 1940) in Icker Weg (heute Ickerweg) umbenannt. Ebenfalls in Haste erhielt der Kirchplatz an der Ecke Bramstraße & Hardinghausstraße den Namen Platz der SA.

Auf Höhe des Hannoverschen Bahnhofs befand sich damals die Riedenstraße. Sie ist heute im Erich-Maria-Remarque-Ring ab Ecke Karlstraße bis Berliner Platz aufgegangen.

Der Saarplatz erhielt nach dem Krieg nur eine minimale Namensanpassung, er hieß vorab Saartreueplatz bzw. Saartreuplatz.

Die Kleiststraße wurde Schillerstraße, die heutige Bessemerstraße Schützenhofallee genannt. Die ehemalige Schulstraße in Eversburg heißt heute Schwenkestraße. Ebenfalls geändert hat sich der Name des Siemenswegs. Er heißt heute Am Schützenhof.

Auch der Neue Graben erhielt kurzzeitig einen neuen Namen, Straße der SA, doch offenbar wurde der Name noch vor 1945 in Struckmannstraße geändert.

Die Straße Urlager Esch ist heute nicht mehr vorhanden, sie war einst eine Abzweigung vom Fürstenauer Weg im Richtung Kanal, etwa auf Höhe des alten Hyde Parks am Fürstenauer Weg.

Der damalige Abschnitt der Vehrter Landstraße zwischen Bramstraße und Hanesch heißt heute Haneschstraße.

Auch der Natruper-Tor-Wall hatte einst einen anderen Namen. Bis 1945 wurde er Wiener Wall genannt.

Korrekturen und Ergänzungen bitte an info@untergrundosnabrueck.de

Zuletzt aktualisiert am 20. April 2012 von Hauke Haubrock