Veröffentlicht am 9. Februar 2017

Klöckner: Dritten Hochbunker nachgewiesen

Klöckner-Werke bauten noch in den letzten Kriegsmonaten Bunker


Vergrößerung einer Luftaufnahme der USAAF vom Klöckner-Werk in Osnabrück....
Bildquelle: USAAF, 1945

Manchmal braucht man einfach mal etwas Ruhe und Geduld beim Recherchieren und insbesondere beim Studieren alter Luftaufnahmen. Gestern Abend hatte ich nach der Onlinestellung der neuen Webseite endlich mal wieder diese Ruhe, mich einigen alten Fotos zu widmen.

Ganz oben auf meiner gestrigen Agenda stand eine Luftaufnahme der USAAF aus dem Jahr 1945, auf welcher der westliche Bereich des Klöckner-Geländes zu erkennen ist. Durch dieses Foto hatten wir bereits mehrere Bunker in und um das Werk nachweisen können, die in keinem bisher bekannten Dokument Erwähnung fanden.

Ursprünglich wollte ich die Aufnahme mit Bildern einer Flak-Stellung abgleichen, die sich auf dem Werksgelände befand, doch während der Betrachtung des Fotos entdeckte ich eine merkwürdige Freifläche zwischen zwei Werkshallen, welche, wie sich herausstellte, eine Baustelle zeigte, die zweifelsfrei Arbeiten an einem Bunker-Rohbau zeigen. Auf dem Foto sind neben den Wandschalungen der westlichen und östlichen Aussenwände bereits teilweise vollendete Elemente im nördlichen Baustellenbereich zu erkennen (s. Foto links). Die längliche Bauweise und die Art der Sicherung der Zugänge gleicht exakt denen der anderen beiden Hochbunker. Man kann daher wohl guten Gewissens davon ausgehen, dass hier der Bau eines dritten standardisierten Hochbunkers erfolgte.

Wieviele Stockwerke der dritte Bunker erhalten sollte, ist unklar. Da Hochbunker I zwei und Hochbunker II lediglich ein Stockwerk besaß, lassen sich hier leider keine logischen Rsückschlüsse ziehen. Auch ist unklar wann genau mit dem Bau begonnen wurde. Wir schätzen die Bauphase der drei Hochbunker auf die Jahre 1944 und 1945, wobei letzterer bis Kriegsende nicht mehr fertiggestellt wurde. USAAF-Aufnahmen vom 12. Mai 1945 zeigen die Baustelle verwaist. Ersichtliche Baufortschritte hat es nicht mehr gegeben.

Noch vor dem Jahr 1952 wurden die wenigen bis dahin hochgezogenen Wände bereits wieder entfernt und das Areal eingeebnet (s. Luftaufnahme, Bild 4). Ob auch die Sockelplatte bzw. das Fundament des Bunkers abgetragen wurde, ist bis Dato unbekannt. Hier sind weitere Vor-Ort-Recherchen von Nöten, die evtl. neue Informationen liefern können.

Zuletzt aktualisiert am 9. Februar 2017 von Hauke Haubrock