Veröffentlicht am 17. Juli 2013

Die Flak in Osnabrück - Teil 4: Dem Ende entgegen

Die Flakgruppe Osnabrück von September 1944 bis Kriegsende

(Fortsetzung) Der Spätsommer des Jahres 1944 war erneut von diversen Umstrukturierungen innerhalb der Flakgruppe geprägt. So wurden im September des Jahres 1944 vier der in Osnabrück aufgestellten Heimat-Flak-Batterien den militärischen Stäben der Flak-Abteilungen 743 und 876 unterstellt. In diesem Monat sind in Osnabrück zudem nur noch drei Flak-Abteilungen vermerkt. Diese stellten sich wie folgt zusammen:

• schwere Flak-Abteilung 273 - Stab mit 6 Batterien (3.-8. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 743 - Stab mit 12 Batterien (1.-5. Batterie, Heimat-Flak-Batterien 39./XI und 80./XI, Alarm-Flak-Batterien 46./XI und 52./XI, 4. Batterie der Abteilung 762, 5. Batterie der Abteilung 844 und die 3. Batterie der Abteilung 871)

• leichte Flak-Abteilung 876 - 2 Batterien (6. Batterie der Abteilung 876, 5. Batterie der Abteilung 922)

• leichte Heimat-Flak-Batterie 37./XI

• leichte Heimat-Flak-Batterie 64./XI

• leichte Heimat-Flak-Batterie 68./XI

Nach dem schweren Luftangriff vom 13. September 1944 wurden die Flak-Einheiten in Osnabrück im Oktober und November vorübergehend durch mobile Flak-Verbände ergänzt. Die Zusammensetzung der Flakgruppe sah am 1. Oktober 1944 wie folgt aus:

• Stab & 3.-8. Batterie der schweren Flak-Abteilung 273

• 4. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 211

• 2. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 307

• 8. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 326

• 4. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 383

• 2. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 432

• 8. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 616

• 2. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 627

• 2. Batterie der motorisierten schweren Flak-Abteilung 674

• 3. & 4. Batterie der motorisierten leichten Flak-Abteilung 761

• 2. Batterie der motorisierten leichten Flak-Abteilung 565

• 4. Batterie der leichten Flak-Abteilung 762

• 3. Batterie der leichten Flak-Abteilung 871

• Stab & 6. Batterie der leichten Flak-Abteilung 876

• Heimat-Flak-Batterie 64./XI

• Heimat-Flak-Batterie 68./XI

• Heimat-Flak-Batterie 73./XI

• Heimat-Flak-Batterie 89./XI

• Heimat-Flak-Batterie 95./XI

• leichte Flak-Abteilung 743 - Stab mit 10 Batterien (1.-5. Batterie der Abt. 743, Heimat-Flak-Batterie 37./XI, Heimat-Flak-Batterie 39./XI, Heimat-Flak-Batterie 80./XI, Alarm-Flak-Batterie 46./XI, Alarm-Flak-Batterie 52./XI)

Im November kamen wieder vermehrt Eisenbahn-Flak-Einheiten in Osnabrück zum Einsatz. So wurde der Stab der schweren Eisenbahn-Flak-Abteilung 473 mit vier Batterien von Duisburg an die Hase verlegt. Die restlichen Abteilungen im Flak-Regiment 9 bestanden zu dieser Zeit weitestgehend aus wild zusammengewürfelten Alarm-/Heimat-Flak- und motorisierten Verbänden anderer Regimenter.

Der Ordnung halber hier noch einmal gelistet:

• Stab & 3.-8. Batterie der schweren Flak-Abteilung 273

• schwere Eisenbahn-Flak-Abteilung 473 (Stab & 1.-4. Batterie)

• schwere Flak-Abteilung 513 (2. Batterie der mot. Abt. 307, 2. Batterie der mot. Abt. 432,

2. Batterie der mot. Abt. 565, 2. Batterie der mot. Abt. 674,2. Batterie der mot. Abt. 761

• schwere Flak-Abteilung 613 (Stab)

• schwere Flak-Abteilung 616 (8. Batterie)

• schwere Flak-Abteilung 627 (2. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 743 (Stab & 1.-4. Batterie, Heimat-Flak-Batterie 37./XI, Alarm-Flak-Batterien 46./XI & 52./XI)

• leichte Flak-Abteilung 761 (4. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 762 (4. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 871 (3. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 876 (Stab & 6. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 942 (Stab, 4. Batterie der Abteilung 942, Heimat-Flak-Batterien 11./XI, 73./XI und 95./XI)

• Heimat-Flak-Batterie 64./XI

• Heimat-Flak-Batterie 68./XI

• Heimat-Flak-Batterie 89./XI

Die letzte detaillierte Zusammenstellung der Flakgruppe Osnabrück findet sich für den Monat Dezember 1944. Offenbar waren zu dieser Zeit bereits die schweren Flak-Abteilungen aus der Flakgruppe abgezogen worden. Gelistet sind in diesem Monat nur noch folgende Einheiten:

• leichte Flak-Abteilung 743 (Stab & 1., 3. & 4. Batterie, Heimat-Flak-Batterie 37./XI, Alarm-Flak-Batterien 46./XI & 52./XI)

• leichte Flak-Abteilung 762 (4. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 871 (3. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 876 (Stab & 6. Batterie)

• leichte Flak-Abteilung 942 (Stab, 4. Batterie, Heimat-Flak-Batterien 11./XI, 20./XI, 73./XI und 95./XI)

• Heimat-Flak-Batterie 64./XI

• Heimat-Flak-Batterie 68./XI

• Heimat-Flak-Batterie 89./XI

Mit Beginn des Jahres 1945 enden die Aufstellungen über die in Osnabrück im Einsatz befindlichen Flak-Abteilungen. Die nächste Erwähnung findet die Flakgruppe Osnabrück erst wieder im Februar 1945. Es ist zugleich die letzte, denn in diesem Monat wurde die Gruppe offenbar aufgelöst und die verbliebenen Batterien im Regierungsbezirk Osnabrück der Flakgruppe Moorland in Bohmte unterstellt, welche für die Region nordöstlich Osnabrücks zuständig war.

Welche Einheiten sich zu dieser Zeit noch in Osnabrück befanden, ist unklar. Viele Batterien waren noch bis Ende März 1945 besetzt und sind erst kurz vor dem Einmarsch der Briten aufgegeben worden. Der Stab des Flak-Regiments 9 war laut vorliegenden Daten jedenfalls bis Kriegsende in Osnabrück geblieben und mit ihm offenbar die schwere Flak-Abteilung 273, die 3. Batterie der Flak-Abteilung 871 und die leichte Flak-Abteilung 743.

Als Osnabrück Anfang April zunehmend durch die britischen und Kanadischen Bodentruppen eingekreist wurde und der Einmarsch ins Stadtgebiet unmittelbar bevor stand, gaben die verbliebenen Flak-Mannschaften ihre Stellungen jedoch auf. Sofern die zum Teil fest installierten Geschütze und Gerätschaften nicht abzutransportieren waren, wurden sie vor Ort gesprengt oder unbrauchbar gemacht, denn dem anrückenden Gegner sollten keine funktionsfähigen Waffen in die Hand fallen. Über den Schinkelberg setzten sich die verbliebenen Truppen dann in Richtung Bremen ab, wo sie als Teil des VI. Flakkorps entlang der Weser bis zu ihrer Auflösung Ende April eingesetzt wurden.

Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2013 von Hauke Haubrock