Objektinformationen

Bauarbeiten am Tiefbunker Rosenplatz im Jahr 1940
Bildquelle: Fotograf unbekannt, 1940

Der Luftschutzbunker unter dem Osnabrücker Rosenplatz war die erste fertiggestellte bombensichere Luftschutzanlage in der Stadt Osnabrück, welche explizit für den Luftschutz errichtet wurde. Begonnen im Jahr 1940 im Rahmen des Führer- bzw. Luftschutz-Sofortprogramms, sollten hier nach Fertigstellung in fünf Räumen 245 Personen bequem Platz finden.

Der Bunker, welcher bis heute unter der Asphaltdecke des Rosenplatzes erhalten geblieben ist, besitzt eine Länge von 50,30 Metern und ist 11,55 Meter breit. Die Wandstärke beträgt 1,80 Meter, die Decke ist 1.40 Meter stark.

Errichtet wurde der Stahlbetonbunker mit zwei Zugängen, auf Höhe des Hauses Rosenplatz 16 und an der Ecke Rosenplatz und Kommenderiestraße (heute etwa auf Höhe der Ampelanlage).

Aufgrund des enormen Arbeits- und Materialaufwands beim Bau dieses unterirdischen Bunkers, blieb diese Anlage der einzige in Osnabrück realisierte Tiefbunker. Das Verhältnis von Aufwand und erreichter Kapazität war hier schlichtweg nicht zufriedenstellend. In der Folge ließ die Stadt daher von weiteren Tiefbunkerbauten im Stadtgebiet ab und richtete sein Augenmerk stattdessen auf den Bau mehrstöckiger oberirdischer Stahlbetonbunker, deren Bau in Bezug auf die erreichbare Schutzraumkapazität schneller und effizienter zu realisieren war.

Die teilweise freigelegte Deckenplatte des Tiefbunkers unter dem Rosenplatz
Bildquelle: O´Brien, 2010

Nach dem Krieg, als alle Bunker auf deutschem Gebiet entfestigt, also unbrauchbar gemacht werden sollten, ging man auch am Rosenplatz dazu über, eine weitere Nutzung der Anlage im Rahmen des Luftschutzes unmöglich zu machen.

Letztlich blieb es aber nur bei der Sprengung der Zugänge.

Zeitzeuge Wolfgang Glosemeyer schrieb uns hierzu:

"Ich kenne den Bunker aus meiner Kindheit. Die beiden Eingänge wurden Ende der 40er Jahre von den Engländern gesprengt. Da damals nur 4 Häuser in der Nähe waren, wurde darum auch kein großer Aufwand betrieben. Um die Abdeckungen der Treppenhäuser wurden Sandsäcke gestapelt, wir mussten die Fenster und Türen öffnen und die Häuser verlassen. Dann hat es gerumst, die Sandsäcke wurden wieder aufgeladen und das entstandene Loch mit den Trümmern zugeschüttet. Als Kinder hat uns nur interessiert, dass wir ab dem Zeitpunkt keine Rutschbahn mehr hatten. Dafür war unser Bolzplatz etwas größer."

Über die Jahre geriet der Bunker beinahe in Vergessenheit. Die Zugänge waren verschüttet, über dem Bunker lief nun der Straßenverkehr. Erst gute 60 Jahre später kam die Anlage wieder ans Tageslicht. Im Rahmen der Neugestaltung des Rosenplatzes wurde die alte Asphaltdecke abgetragen und Teile des Bunkers freigelegt. Zeitzeuge Glosemeyer begleitete die Ausgrabungsarbeiten mit seiner Kamera und stellte uns die Bilder freundlicher Weise zur Verfügung. Vielen Dank!

Zusammenfassung

Bauherr
Stadt Osnabrück
Baubeginn
Dezember 1940
Außenmaß - Länge
50,30 Meter
Außenmaß - Breite
11,55 Meter
Wandstärke
1,80 Meter
Deckenstärke
1,40 Meter
Anzahl Stockwerke
1
  • Die Zahl beinhaltet ggf. auch Kellergeschosse
Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
245 Personen
  • Kapazität bei regulärer Belegung
Baumaterial
Stahlbeton
Heutige Nutzung
ungenutzt, eingänge verfüllt

zur Übersichtskarte Standort

  • Nächstgelegene Straße: Rosenplatz, 49074 Osnabrück
  • Kartendaten: © Esri / ArcGIS | arcgis.com