Objektinformationen

In Kooperation von Stadt und Reichsbahn wurde im Sommer 1943 mit dem Bau eines Luftschutzstollens am Hunteburger Weg begonnen. 2.000 Menschen sollten hier nach seiner Fertigstellung auf 500 Stollenmentern Schutz finden können.

Da die Osnabrücker Bahnanlagen in der Vergangenheit immer wieder Ziel britischer Bomber waren, galt das westlich der Straße angrenzende Bahnbetriebswerk "Kamerun" mit seiner umliegenden Wohnbebauung als besonders stark luftgefährdet. Bombensichere Luftschutzbunker hatte man hier bisher aber nicht errichtet, so dass die Planungen für den Bau des Stollenbunkers der Deutschen Reichsbahn sehr gelegen kamen. Die Bahn stellte daher ihrerseits Arbeitskräfte zur Verfügung, die gemeinsam mit den Arbeitern auf städtischer Seite die Bunkeranlage von zwei Seiten her erschlossen. Während oberhalb der Bremer Straße die Arbeiten über einen senkrechten Schacht bewältigt wurden, so grub man sich vom Bahnbetriebswerk her ebenerdig in den Schinkelberg.

Nach einem Jahr Bauzeit waren die Arbeiten im Sommer 1944 zwar noch nicht abgeschlossen, doch

war das Stollensystem zu dieser Zeit bereits voll betriebsfähig und wurde während der zunehmenden Zahl der Luftangriffe im Jahr 1944 immer wieder zum Lebensretter für unzählige Schutzsuchende aus dem Schinkel.

Zur Sicherung des unteren Eingangsbereichs, den es aufgrund seines ebenerdigen Zugangs besonders zu schützen galt, wurde unter großem Aufwand ein massives Schott am Stollenmundloch installiert. Die Schutztür bestand aus einer Ziegelmauer von 38cm Stärke, die aufgrund ihres Gewichts durch eine Achse gehalten werden musste, welche die Stärke einer Schiffswelle besessen haben soll.

Obwohl die Anlage bis Kriegsende offenbar nicht fertiggestellt wurde und nur etwa 160 Meter der Stollen vollendet waren, hielten sich bei den Angriffen der Jahre 1944 und 1945 im Bunkersystem bereits bis zu 1.500 Schutzsuchende auf.

Erst mit der Einnahme Osnabrücks durch britische Einheiten wurde die Bunkerbaustelle aufgegeben, später Stollen und Eingänge zugesprengt. Mitte der 1970er Jahre wurde der Luftschutzstollen erst wieder geöffnet und gesichert. Inwieweit die Anlage heute noch existiert ist noch unklar.

Zusammenfassung

Bauherr
Stadt Osnabrück, Deutsche Reichsbahn(?)
Baubeginn
1943
Inbetriebnahme
1943
Aufnahmekapazität (offiz. Planzahl)
2.000 Personen
  • Kapazität bei regulärer Belegung
Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
keine Angabe
  • Kapazität bei regulärer Belegung
Aufnahmekapazität (errechnet)
650 Personen
  • Schätzwert für reguläre Schutzraumbelegung bei 0,6m² pro Person
Grundfläche (errechnet)
keine Angabe
Gesamtlänge (offiz. Planzahl)
500 Meter
  • Diese Zahl beinhaltet in der Regel nur die als Schutzraum genutzten Stollen. Technische Einrichtungen, Sanitär- und Sanitätsräume sind in diesen Zahlen nicht eingerechnet
Gesamtlänge (offiz. erreicht)
165 Meter
  • Bis Kriegsende erreichte Stollenlänge, basierend auf bisher ermittelten Werten. Die Angaben können unter Umständen technische Einrichtungen, Sanitär- und Sanitätsräume mit beinhalten
Anmerkungen zum Zustand
unbekannt

zur Übersichtskarte Standort

  • Nächstgelegene Straße: Hunteburger Weg, 49086 Osnabrück
  • Kartendaten: © Esri / ArcGIS | arcgis.com