Objektinformationen

Eine Plakette im Eingangsbereich des alten LS-Stollens unter der Iburg gibt...
Bildquelle: Haubrock, 2009

Der durch Anwohner angelegte Luftschutzstollen unter der altehrwürdigen Iburg sollte nach Vollendung über zwei Zugänge, am alten Sportplatz im Nordosten sowie von Südwesten her erreichbar sein und der Bevölkerung des Ortes ein Höchstmaß an Luftschutz garantieren. Ab Frühjahr 1944 wurde zeitgleich von beiden Seiten des Burgbergs begonnen, Stollen in das massive Gestein zu treiben. Geplant war hier eine Verbindung beider Zugänge mittels eines langen, bombensicheren Querstollens. Zur kompetten Fertigstellung der Bunkeranlage kam es allerdings nicht, doch stand der Bunker der Bevölkerung bei Luftalarm bereits nach wenigen Wochen zur Verfügung, wenngleich zunächst nur wenige Meter der Anlage fertiggestellt waren.

Als die Zahl und Intensität der Luftangriffe auf Osnabrück gegen Ende des Jahres 1944 weiter zunahmen, wurden unter Anderem Personal und Patienten des ausgebombten Marienhospitals nach Iburg (und Glandorf) verlegt. Mit 60 Betten sollte hier der Krankenhausbetrieb vorläufig fortgeführt werden (in der Knabenschule sowie der Gaststätte Fischer-Eymann).

Der südliche Eingang des Stollenbunkers unter der Iburg
Bildquelle: © H. Grebing, 1950er

Da Iburg allerdings gegen Ende des Kriegs mitten in der letzten deutschen Verteidigungslinie vor der "Weser-Festung" Osnabrück lag und die Wehrmacht am Ortsrand in Richtung Hagen größere Munitionsvorräte eingelagert hatte, siedelte das Klinikpersonal samt Patienten am 2. April vorsichtshalber in den Stollenbunker über, in welchem man sich Schutz vor den bevorstehenden Kampfhandlungen erhoffte. Insgesamt drei Tage und zwei Nächte verbrachten Personal und Patienten unter Tage, bevor am 4. April die weisse Fahne über Iburg wehte und der Krieg in der Region damit beendet war.

In der Nachkriegszeit, vermutlich in den 60er Jahren, wurde der südliche Eingang wieder verfüllt und ist heute nicht mehr auffindbar. Im nördlichen Bereich hingegen lagerten noch eine Zeit lang Sportgeräte und Tore für den anliegenden Sportplatz. Heute ist dieser aus Sicherheitsgründen verschlossen. Eine kleine Plakette am Eingang informiert an dieser Stelle über die Entstehung des Bunkers im 2. Weltkrieg.


Zusammenfassung

Bauherr
Gemeinde Bad Iburg / Anwohner
Baubeginn
1944
Inbetriebnahme
1944
Heutige Nutzung
ungenutzt, vormals Lagerraum

zur Übersichtskarte Standort

  • Nächstgelegene Straße: Charlottenburger Ring, 49186 Bad Iburg
  • Kartendaten: © Esri / ArcGIS | arcgis.com

Nächstgelegene Objekte

  1. Klöckner-Splitterschutzzelle mit nachträglich verstärkter Betondecke an der Osnabrücker Straße in Bad Iburg
    Klöckner-Splitterschutzzelle mit nachträglich verstärkter Betondecke an der Osnabrücker Straße in Bad Iburg
    Bildquelle: Haubrock, 2007

    Splitterschutzzelle Osnabrücker Straße / Pestalozzistraße

  2. Luftschutzraum Lienener Straße / Drahtseilwerk Hölscher

  3. Deckungsgraben Bielefelder Straße 60

  4. Ein Flak-Hochstand bzw. Flak-Turm auf dem Lammersbrink oberhalb des Waldbads in Georgsmarienhütte.
    Ein Flak-Hochstand bzw. Flak-Turm auf dem Lammersbrink oberhalb des Waldbads in Georgsmarienhütte.
    Bildquelle: Fotograf Hasekamp, Privatarchiv, 1940er

    Flak-Stellung Lammersbrink (leichte Flak)

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