Objektinformationen

Der Stahlwerksplatz in Osnabrück im Winter 1941. Im Vordergrund ist ein ...
Bildquelle: Fotograf unbekannt, Winter 1941

Der noch heute erhaltene Weltkriegs-Bunker am Stahlwerksplatz zwischen Buersche Straße und der heutigen Rotenburger Straße in Osnabrück war der erste massive oberirdische Schutzbunker dieser Art in Osnabrück.

Mit dem Bau des Schutzbunkers begann man unmittelbar nach Erlass des Luftschutzsofortprogramms vom Oktober 1940. Dieses Programm sah unter Anderem vor, in 60 deutschen Städten, die als stark luftgefährdet eingestuft wurden, unverzüglich mit dem Bau bombensicherer Betonbunker für die Bevölkerung zu beginnen, um so der wachsenden Gefahr aus der Luft entgegenzuwirken. Der erste Spatenstich am Stahlwerksplatz erfolgte daher bereits im Dezember des selben Jahres.

Als Standort wählte man bewußt eine Freifläche am Stahlwerksplatz an der Buersche Straße, welche sich in unmittelbarer Nähe zum damaligen Klöckner-Stahlwerk (heute Hasepark) befindet. Die Anlage sollte nach Fertigstellung den Schutzraumbedarf der umliegenden Nachbarschaft decken und diente Anfangs offensichtlich auch als Schutzraum für die Werksangehörigen der Firmen Klöckner und Ortmann. Nach einer Bauzeit von knapp einem Jahr war der Hochbunker im Winter 1941 soweit fertiggestellt, dass er für den Luftschutz offiziell freigegeben werden konnte. Bei einer Breite von 37,80m, einer Länge von 11,00m und einer Höhe von 14,00m konnte der Luftschutzbunker auf vier Ebenen planmäßig etwa 1.200 Personen aufnehmen, im späteren Kriegsverlauf wurde diese Zahl jedoch vielfach weit überschritten.

Nord- und westliche Rückseite des Hochbunkers am Stahlwerksplatz, aufgenommen...
Bildquelle: Haubrock, 2013

Die Wandstärke beträgt 1,10m bei einer Deckenstärke von nur etwa 1,60m. An den Enden der 37,80m langen Ostseite des Bunkers befanden bzw. befinden sich die Zugänge ins Innere, geschützt durch zwei nur leicht gepanzerte Splitterschutzvorbauten von ca. 1,0m Stärke. Damit war der Bunker nur bedingt bombensicher gegen Nahtreffer.

Besonderes Augenmerk hatten die Architekten zu dieser frühen Zeit des Bombenkriegs dafür noch auf das Erscheinungsbild des Bunkers gelegt. So finden sich an der Fassade des Bunkers diverse Ornamente aus Sandstein, die dem Betonklotz ein etwas freundlicheres Aussehen verleihen. Grund hierfür waren gesetzliche Vorgaben, die besagten, dass oberirdische LS-Bunker nicht nur in luftschutzmäßiger Hinsicht, sondern auch städtebaulich und architektonisch eine Einheit mit der umliegenden Bebauung bilden sollten. Hierbei waren auch die baurechtlichen Vorschriften wie etwa die Gebäudehöhe streng zu beachten. Im späteren Kriegsverlauf wurde beim Bau von Bunkern jedoch auf solcherlei Mehraufwand verzichtet. (wird fortgesetzt)


Zusammenfassung

Bauherr
Stadt Osnabrück
Baubeginn
Dezember 1940
Inbetriebnahme
Winter 1941
Außenmaß - Länge
11,00 Meter
Außenmaß - Breite
37,80 Meter
Außenmaß - Höhe
14,00 Meter
Wandstärke
1,10 Meter
Deckenstärke
1,60 Meter
Anzahl Stockwerke
4
  • Die Zahl beinhaltet ggf. auch Kellergeschosse
Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
1.200 Personen
  • Kapazität bei regulärer Belegung
Baumaterial
Eisenbeton
Heutige Nutzung
Selfstorage / Lager

zur Übersichtskarte Standort

  • Nächstgelegene Straße: Buersche Straße, 49084 Osnabrück
  • Kartendaten: © Esri / ArcGIS | arcgis.com

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