Luftangriff auf Bahnanlagen bei Hasbergen

Zeitgleich mit dem Luftangriff auf Osnabrück wurden auch im Raum Hasbergen Bombenabwürfe gemeldet. Zwischen Hasbergen und Natrup-Hagen fiel ein Bombenteppich auf die Bahntrasse nach Lengerich und zerstörte hierbei auch ein angrenzendes Bauernhaus (Grave).

In der AMAZONE-Chronik finden sich zu diesem Angriff einige weitere Informationen, jedoch ohne genauere Angaben zum Angriffstag. Der Chronik zufolge explodierte "im Sommer des Jahres 1944" ein Bombenteppich von "etwa 500 Bomben" abseits des Werksgeländes auf freiem Feld ohne größere Schäden anzurichten. Lediglich drei Wohnhäuser in der Nähe des Betriebsgeländes wurden beschädigt, darunter auch das Wohnhaus von Johann Dreyer. Zu Toten oder Verletzten kam es aber nicht. Auch das Werk selbst wurde nicht beschädigt.

Ob die Bomben evtl. auch dem Werk und/oder der benachbarten Perm-Bahntrasse galten, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Ein Angriff auf die Amazonen-Werke wäre jedenfalls nicht unbegründet, denn im Gaster Werk wurden während des Kriegs nicht nur landwirtschaftliche Maschinen hergestellt. So fanden hier einige kriegswichtige Unternehmen ein neues Quartier: Neben einer Motorenfertigung der Osnabrücker Elektrofirma Koch befand sich auf dem Werksgelände auch eine ausgelagerte Abteilung der Bremer Firma Weser-Flugzeugbau GmbH ("Weserflug"), welche in Gaste beschädigte Maschinen vom Typ Focke-Wulf 190 ausschlachtete bzw. recyclete. Allerdings ist bisher kein weiterer Luftangriff auf das Werk bekannt, der diese Theorie untermauern würde.


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