Baubeginn des Geheimprojekts "Rebhuhn" in Lengerich

Am 18. März 1944 begann in Lengerich auf Weisung des Jägerstabs der Ausbau des Aussenlagers A1 des KZ Neuengamme. Unter der Projektnummer 206 (Deckname "Rebhuhn") entstand in den folgenden Wochen eine der ersten unterirdischen Rüstungsfabriken, untergebracht in einem stillgelegten Eisenbahntunnel an der Osnabrücker Straße. 198 KZ-Häftlinge wurden für diese schwere Arbeit herangezogen, die hier binnen weniger Wochen 1.200 t Zement und ca. 60.000 Ziegelsteine verbauten.

Nutznießer dieser Baumaßnahme war die Firma Werner Lange GmbH (Vereinigte Leichtmetallwerke) aus Hannover, die hier ab Sommer 1944 ihre Fertigungsstrecken in Betrieb nahm. In dem auf über 500 Metern ausgebauten Tunnel wurden unter Anderem Holmgurtprofile für Flugzeugzellen hergestellt.

Um den Personalbedarf zu decken, konnte das Werk die zuvor für den Bau abgestellten KZ-Häftlinge nun auch in der Produktion einsetzen. Die Häftlinge verblieben bis zur Räumung des Lagers am 1. April 1945 in Lengerich.


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