Abschuss eines britischen Aufklärers bei Rieste

Ruhestätte der drei britischen Flieger in Malgarten, welche am 28. September...
Bildquelle: Fotograf unbekannt, Archiv Haubrock, 1939

Am 29. September 1939 wurde in einer Radiodurchsage der erste Abschuss eines britischen Flugzeugs bei Osnabrück gemeldet. Der Wehrmachtsbericht dieses Tages, in welchem die Bodenkämpfe in den Räumen Warschau, Przemysl und Modlin vorrangiges Thema waren, erwähnte im Anschluss auch Abschüsse zweier Flugzeuge. Im Wortlaut hieß es dort: "Im Luftkampf wurden bei Weissenburg ein französisches, bei Osnabrück ein britisches Flugzeug abgeschossen."

Bei dem genannten Flugzeug handelte es sich um den britischen Aufklärer (Bristol Blenheim IV N6212) der 110. RAF-Staffel, welcher am 28. September bei Rieste durch zwei deutsche Jagdflugzeuge des JG1 (Vörden) zum Absturz gebracht wurde und in einem Waldstück am Voßberg nahe Schleptrup zerschellte. Die drei Besatzungsmitglieder (Ivan McLoed Cameron, Thomas Cecil Hammond und Thomas Fullerton) konnten nur noch tot aus den Trümmern der Maschine geborgen werden. Allerdings konnten die Deutschen nur noch die Soldaten Cameron und Hammond identifizeren, der Name des dritten Piloten war zunächst unklar. Alle drei RAF-Angehörigen wurden mit kirchlichen und militärischen Ehren am 30. September auf dem Friedhof Malgarten beigesetzt. Nach dem Krieg wurden die Soldaten nach Kleve umgebettet, wo sie ihre letzte Ruhestätte fanden.

Die deutschen Piloten (Klaus Faber, zweiter Name noch unklar) erhielten für ihren Luftsieg wenige Tage später das Eiserne Kreuz durch General Schmidt (Luftgau VI) verliehen.


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