49. Luftangriff auf Osnabrück

Die Fassade des Luftschutzstollens am Kalkhügel vor der Zerstörung der...
Bildquelle: Fotograf H. Grothaus, Archiv O´Brien, 1948

30 Verletzte und 157 Tote durch einen britischen Luftangriff auf Osnabrück. Abgeworfen wurden 27 Luftminen, 2.000 Sprengbomben und 62.185 Brandbomben (davon 62.000 Stabbrandbomben).

Ein Treffer auf den Deckungsgraben Vorderhall an der Knollstraße forderte mindestens fünf Tote, darunter vier Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus den Lagern Vorderhall und Haster Weg. Auch an der Rosenstraße 22 ereignete sich in einem privaten Kleindeckungsgraben eine wahre Tragödie. Dort starben mindestens 17 Menschen, unter ihnen auch die gesamte Familie Tute, welche den Schutzbau selbst errichtet hatte. Zu einem weiteren Todesfall kam es vor dem Bunkersystem Buersche Straße. Dort wurde ein Ostarbeiter vor den Eingängen durch Bombeneinwirkung getötet.

Am Kalkhügel starben zwei Männer vor dem Stollenbunker Feldstraße, da sie sich nicht rechtzeitig ins schützende Innere begeben hatten. Angeblich waren sie zum Rauchen ins Freie gegangen. Eine Bombe detonierte kurz darauf neben der Bahnlinie und zerstörte dabei einen Lagerschuppen, in welchem die Schutzsuchenden ihre Kinderwagen und Räder abgestellt hatten. Die Druckwirkung erfasste auch die beiden Männer, sie waren auf der Stelle tot. Überliefert ist zudem, dass an diesem Tag eine einzelne Dampflok vor dem Stollen zum Halten kam und sich die Lokführer in den sicheren Bunker flüchteten. Allerdings vergaßen sie offenbar die Feststellbremse der Lokomotive zu betätigen, so dass die Maschine durch die Wucht der Explosion ins Rollen geriet und erst am Rosenplatz wieder zum Halten kam.

Die meisten Toten dieses Tages waren jedoch in Eversburg zu beklagen. Auf dem Gelände des Kriegsgefangenenlagers OFlag VI-C Eversheide starben 116 (118?) Gefangene, die keinen Schutzraum aufsuchen konnten und während des Angriffs in ihren Baracken ausharren mussten. Im Lager existierten lediglich Schutzräume für die Wachmannschaften, von denen heute noch ein Deckungsgraben neben "Baracke 35" erhalten geblieben ist. Die Gebeine der verstorbenen serbischen Soldaten liegen heute auf dem Eversburger Friedhof.