35. Luftangriff auf Osnabrück

Osnabrück am 13. September 1944. Die Stadt ist vollkommen unter Rauchschwaden...
Bildquelle: Fotograf unbekannt, Smlg. Haubrock, 13.9.1944

Drei Bomberverbände der Royal Airforce griffen am 13. September 1944 gegen 18:26 Uhr das Stadtgebiet an und warfen aus einer Höhe von 8.000 Metern in mehreren Wellen mit jeweils 100 Maschinen elf schwere Luftminen, 2160 (2292?) Spreng- und 181.042 Brandbomben (davon 170.000 Stabbrandbomben und 42 Phosphorkanister) über der Stadt ab.

Bei diesem bis dahin verheerensten Angriff auf die Hasestadt wurden das Bahnhofsviertel und die historische Altstadt Osnabrücks nahezu vollständig vernichtet. Die Sachschäden waren so gewaltig, dass die Stadtverwaltung es nach diesem Angriff aufgab, die Schadenssumme zu ermitteln. Insgesamt sollen an diesem Abend 1.500 Wohnhäuser, 15 öffentliche Gebäude, drei Schulen (u.A. das Carolinum), zwei Kirchen (Dom & Marienkirche), das Marienhospital und drei Betriebe zerstört worden sein. Zudem wurden Schäden an 7.950 weiteren Wohnhäusern, 14 öffentlichen Gebäuden, acht Schulen und vier Betrieben gemeldet.

Neben einem Großteil der historischen Bebauung erhielten an diesem Tag auch mehrere LS-Deckungsgräben Volltreffer durch Sprengbomben; an der Hansastraße (Nr 7?), am Hauptbahnhof, am Pottgraben, an der Wachsbleiche(?) sowie an der Roopstraße starben eine bisher nicht genau ermittelte Zahl von Schutzsuchenden, darunter mindestens 23 Wehrmachtsangehörige sowie 24 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, denen der Aufenthalt in den bombensicheren Bunkern untersagt war. Am Hauptbahnhof traf eine Bombe zudem einen besetzten Einmann-Bunker. Die Zahl der Toten belief sich an diesem Tag auf 145 Personen. 198 (228?) Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Viel Glück hatte an diesem Tag unter Anderem Zeitzeuge Friedhelm Kükelhahn, der uns im Rahmen unserer Recherchen zum Stollenbunker Kalkhügel folgendes Erlebnis berichtete:

"Ein anderes Mal sollten wir in den Erdbunker vor dem Pottgrabenbad. Mein Arbeitskollege und ich sind aber zu unseren Eltern in den Kalkhügelstollen gelaufen. Nach der Entwarnung sind wir wieder so schnell es ging zur Arbeitsstelle zum Pottgraben gerannt. Als wir ankamen sahen wir, dass unser Chef uns unter den Toten suchte, dies sie schon aus dem Erdbunker geholt hatten. Der Bunker hatte einen Volltreffer erhalten."

Nähere Informationen folgen.


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